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Aus- und Fortbildung für Übungsleiter Gewaltprävention

Gewalterleben und Trauma – neurobiologische Folgen verstehen und professionell handeln

Am 13.06.26 fand der Lehrgang „Gewalterleben und Trauma – neurobiologische Folgen verstehen und professionell handeln“ mit 25 Teilnehmenden statt. Die Veranstaltung wurde von Annette Kauz geleitet und richtete sich an Auszubildende und Fachkräfte aus dem Bereich Gewaltprävention

Im Verlauf der Veranstaltung beschäftigten sich die Teilnehmenden intensiv mit den psychischen, körperlichen und neurobiologischen Folgen von Gewalt- und Traumatisierungserfahrungen. Die Referentin vermittelte aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, wie traumatische Erlebnisse die Stressregulation, die Emotionsverarbeitung und das Verhalten von Betroffenen beeinflussen können. Dabei wurde deutlich, dass viele belastungsbedingte Reaktionen als normale Antworten auf außergewöhnliche Erfahrungen verstanden werden müssen.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Vermittlung Trauma sensibler Handlungskompetenzen. Anhand praxisnaher Beispiele wurden Möglichkeiten zur Prävention, Stabilisierung und Deeskalation sowie Ansätze für einen professionellen Umgang mit traumatisierten Menschen erarbeitet. Der fachliche Austausch zwischen den Teilnehmenden trug dazu bei, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und die Inhalte auf konkrete berufliche Situationen zu übertragen.

Zu den besonderen Ergebnissen der Veranstaltung gehörte die Entwicklung eines vertieften Verständnisses für Trauma bedingte Verhaltensweisen sowie die Sensibilisierung für die Bedeutung eines ressourcenorientierten und wertschätzenden Umgangs mit Betroffenen. Darüber hinaus nahmen die Teilnehmenden zahlreiche Anregungen und praktische Strategien für ihren beruflichen Alltag mit. Die Veranstaltung wurde von den Teilnehmenden als fachlich fundiert, praxisnah und bereichernd bewertet.

Insgesamt stellte der Lehrgang einen wichtigen Beitrag zur Stärkung professioneller Kompetenzen im Umgang mit Menschen dar, die Gewalt- und Traumatisierungserfahrungen erlebt haben. Die Veranstaltung leistete damit einen wertvollen Beitrag zur Förderung eines Trauma sensiblen Handelns in unterschiedlichen Arbeitsfeldern.

 

Notwehr in der Praxis – 13 Kampfkünste im Vergleich

Die Veranstaltung „Notwehr in der Praxis – 13 Kampfkünste im Vergleich“ bot Andreas Morhardt den Teilnehmenden einen außergewöhnlichen Einblick in unterschiedliche Herangehensweisen der Selbstverteidigung. Im Mittelpunkt stand nicht die Frage nach der „besten“ Kampfsportart, sondern das Verständnis dafür, wie verschiedene Systeme unter realistischen Stressbedingungen funktionieren.

Ausgehend von einer klar definierten Angriffssituation analysierten 13 unterschiedliche Kampfkünste dieselbe Ausgangslage aus ihrer jeweiligen Perspektive. Dabei wurde deutlich, wie stark sich Lösungsstrategien je nach Stil unterscheiden: Während einige Disziplinen auf direkte, kraftvolle Interventionen setzen, arbeiten andere mit Ausweichen, Kontrolle, Hebeltechniken oder dem gezielten Umlenken von Energie.

Der besondere Wert des Lehrgangs lag im unmittelbaren Vergleich dieser Ansätze. Die Teilnehmenden konnten beobachten, wie unterschiedliche Prinzipien unter Druck wirken und welche Faktoren über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Dadurch entstand ein differenziertes Bild von Selbstverteidigung, das über einzelne Techniken hinausgeht.

Im Verlauf der Veranstaltung wurde zunehmend klar, dass keine einzelne Kampfkunst universell überlegen ist. Vielmehr hängt die Wirksamkeit einer Methode stark von Kontext, Timing, Distanz, körperlichen Voraussetzungen und Stressresistenz ab.

Der Lehrgang ermöglichte somit nicht nur technisches Lernen, sondern vor allem ein vertieftes Verständnis für die grundlegenden Prinzipien realer Konfliktsituationen. Die zentrale Erkenntnis lautete am Ende nicht „Welche Technik funktioniert am besten?“, sondern: „Warum funktioniert etwas – und unter welchen Bedingungen nicht?“