Lizenzverlängerungslehrgang Gewaltprävention
Nachdem in vergangenen Jahren Gewalt gegen spezielle Personengruppen (Schüler, Lehrer, Rettungskräfte, etc.) im Zentrum stand, richteten wir unser Augenmerk in diesem Jahr auf Gewalt im öffentlichen Raum.
Fälle dieser Art wirken sich direkt und nachhaltig auf das Sicherheitsempfinden breiter Bevölkerungsschichten aus – jede*r kann betroffen sein – und sind daher oft Auslöser für Kursanfragen.
Nach einer kurzen Vorstellung und einem Überblick über das Ausbildungskonzept FÜL / Trainer C Gewaltprävention im WJV erläuterte Sven Urner im Rahmen seiner Lehrprobe die derzeitige Datenlage zu Gewalt im öffentlichen Raum. Der ehemalige LKA-Beamte Matthias Hubl nahm den Faden auf und stellte reale Fälle vor (selbstverständlich anonymisiert), welche eindrücklich belegten, welche Gegenwehr den Opfern zur Flucht verhalf und welche Reaktionen sich als fatal erwiesen.
In den anschließenden Praxiseinheiten von Klaus Calcara und Matthias Hubl übten die Teilnehmenden den Umgang mit Distanz und das gezielte Ansprechen von Helfern, um Öffentlichkeit herzustellen. Sie erlebten, wie sich Stress auf Körper und Kopf auswirkt, und trainierten Schutzhaltung, verschiedene Befreiungstechniken sowie das Aktivieren von Schmerzpunkten beim Gegner.
In Gewaltpräventionskursen kommt es mitunter vor, dass Trainer mit Personen umgehen müssen, die unvermittelt einen „Flash-back“ erleiden und emotional zusammenbrechen. Annette Kautz erklärte den Teilnehmenden, was im Gehirn traumatisierter Menschen abläuft und wie man in so einem Fall erste Hilfe leisten kann.
Den Abschluss bildete Peter Beirles Vortrag über Waffen, verbotene Gegenstände und den Einsatz von Pfefferspray. Anhand einiger Beispiele konnten die Teilnehmenden erfahren, dass dieses absolut keine Wunderwaffe ist und Deeskalation nicht ersetzen kann.
Die Teilnehmenden waren engagiert bei der Sache und stellten viele Fragen. Klar wurde aber auch: Eineinhalb Tage sind zu kurz, um in die Tiefe zu gehen. Die vielen wertvollen Rückmeldungen der Gruppe ließen in uns gleich neue Ideen für den nächsten Lehrgang reifen.
Ein herzlicher Dank gilt den Referentinnen und Referenten sowie dem Team der Landessportschule für die Unterstützung und die gute Organisation.
Silvia Calcara