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Stark sein, Grenzen setzen und Hilfe holen – Gewaltprävention im Ferienwaldheim der AWO

An einem schönen Sommerabend trafen sich rund 20 Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren auf der großen Wiese am Wiflinger Spielplatz zu einem besonderen Angebot: Gewaltprävention und Selbstbehauptung.
Doch was bedeutet Gewaltprävention eigentlich? Und was kann ich tun, wenn mir eine Situation unangenehm oder sogar bedrohlich vorkommt?

Gemeinsam beschäftigten wir uns zunächst damit, aufmerksam zu sein und dem eigenen Bauchgefühl zu vertrauen. Die Kinder lernten, dass ein ungutes Gefühl ein wichtiges Warnsignal sein kann und dass es völlig in Ordnung ist, Grenzen zu setzen und deutlich „Nein!“ zu sagen.
Mit der Geschichte vom „kleinen und großen Nein“ wurde anschaulich vermittelt, dass es unterschiedliche Situationen gibt, in denen wir unsere Grenzen wahrnehmen und verteidigen dürfen. In einem kleinen Rollenspiel konnten die Kinder anschließend selbst ausprobieren, wie ein mutiges und selbstbewusstes Nein aussehen und klingen kann.

Ein weiterer wichtiger Punkt war das Thema Selbstbewusstsein und Körpersprache. Wie wir stehen, schauen und sprechen, kann viel darüber aussagen, wie sicher wir uns fühlen. Die Kinder durften verschiedene Körperhaltungen ausprobieren und erleben, wie sich eine selbstbewusste Haltung anfühlt.
Natürlich durfte auch ein bisschen Selbstverteidigung nicht fehlen. Dabei ging es nicht darum, einen Kampf zu gewinnen. Viel wichtiger war die Botschaft:
Abstand schaffen – sich lösen – weglaufen – Hilfe holen!

Die Kinder konnten verschiedene Möglichkeiten ausprobieren und lernten, dass Selbstverteidigung vor allem bedeutet, sich selbst zu schützen und möglichst schnell aus einer gefährlichen Situation herauszukommen.
Dabei wurde viel ausprobiert, gelacht und diskutiert. Die Kinder hatten sichtlich Spaß und stellten viele interessierte Fragen. Auch die Betreuerinnen und Betreuer waren begeistert von dem abwechslungsreichen und wichtigen Angebot.

So wurde aus einem Sommerabend auf der Wiese ein rundum gelungener Abend mit viel Bewegung, Spaß und wichtigen Impulsen für mehr Selbstsicherheit und Sicherheit im Alltag.
Denn stark sein bedeutet nicht, keine Angst zu haben – stark sein bedeutet, sich selbst ernst zu nehmen, Grenzen zu setzen und sich Hilfe zu holen, wenn man sie braucht.

Silvana Bürkle